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Gastblogger auf dem SPD Bundesparteitag in Dresden

10. November 2009 · Kommentar schreiben

Ein Mitglied des Parteivorstandes der SPD hat mich als Gastblogger zum Bundesparteitag am kommenden Wochenende in Dresden eingeladen. Dies hat mich überascht, sind meine Beiträge in diesem Blog über die Politik der SPD nicht unbedingt freundlich ausgefallen. Andererseits freut mich diese Einladung, scheint doch Interesse an einer kritischen Begleitung und einem kritischen Dialog zu bestehen.
Eine erste, sehr oberflächliche Sichtung des zu verabschiedenen Antragspakets im Umfang von 256 Seiten (hoffentlich haben die Deligierten auch alles durchgelesen) habe ich durchgeführt und gestehe nur die 3 Seiten umfassenden Anträge zur Medienpolitik vollständig gelesen zu haben.
Der Leitantrag des Bundesvorstandes sorgte zwar schon im Vorfeld von erregtem Interesse in der Presse, scheint man doch eine kritische Sicht auf Entscheidungen der Regierungszeit bis hin zur ihrer Abkehr zu vermuten.

Diesen Eindruck teile ich nicht. Einige Passagen deuten auf echte kritische Auseinandersetzung hin, andere, die insbesondere Gründe für die Wahlniederlage thematisieren, fallen in den alten Politiksprech wonach die Partei recht habe, der Wähler aber unfähig sei dies zu begreifen. Da scheint noch Umdenken notwendig. Jeder mag sich durch Lesen des obigen Dokumentes seine eigene Meinung bilden.

Vom Parteitag werde ich als Parteiloser sicher fair und kritisch berichten, wie viele Beiträge es werden lasse ich offen. Ich freue mich auf Gespräche, Hintergrundinformationen und darauf viele Menschen kennen zu lernen.

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Der aktuelle heisse Scheiß: Foursquare und Gowalla

1. November 2009 · 3 Kommentare

Ich muß es einfach loswerden und gebe zu, daß ich zur Zeit Foursquare und Gowalla , zwei sogenannten Location-based-Services, in besorgniserregendem Umfang meine Aufmerksamkeit schenke. Was ist da los?
Eine Beschreibung dieser Services, auf die ich hier verzichten will, findet man in einem Podcast auf kanal 14 und auf wbn:digital. Beide Services laufen auf dem iPhone und enthalten die GPS-basierte Möglichkeit Gelegenheiten wie Restaurants, Bars, Hotels, U-Bahnstationen, Parks, Denkmäler u.v.m anzulegen, zu beschreiben und zu bewerten, sowie andere Leuten per Pushnotification über einen Aufenthalt bei diesen Gelegenheiten zu benachrichtigen.
Nun ist das alles weniger spektakulär, andere Services wie Plazes oder Brightkite gibt es schon länger und sind ebenfalls als App auf dem iPhone verfügbar, das besondere an den beiden Neulingen ist, insbesondere bei Foursquare, ein gar stark bindendes Anreiz- und Belohnungssystem. Bei Foursquare werden für die Besuche einer Gelegenheit in verschiedenem Umfang Punkte vergeben, die dann von Montag bis Sonntag aufaddiert werden und eine Rangliste mit Freunden am Ort wird erstellt. Das weckt den Ehrgeiz und die Aufmerksamkeit. Außerdem werden zu verschiedenen Verhaltensmustern Badges verliehen. Es gibt bspw. einen Photobadge, der an denjenigen verliehen wird, der sich häufig mit Gelegenheiten mit Bezug zur Photgraphie beschäftigt. So kommt es, daß „Mitspieler“ gezielt öffentliche Photokabinen aufsuchen, sie im System mit Adresse anlegen, nur um den Badge zu gewinnen.
Kritik an der Funktionsfähigkeit kann ich an beiden Services üben. Gowalla ist kaum in geschlossenen Räumen, selbst nahe an Fenstern, zu benutzen, obwohl das GPS auf Googlemaps den korrekten Standort zeigt. Die Foursquareapp stürzt sehr häufig ab, keine Applikation auf meinem iPhone hat solche Funktionsstörungen. Dies liegt an der closed-beta Cityversion und wird behoben.
Nachdem sicherlich bald der Reiz des Neuen verflogen ist, und die Belohnungssysteme schwächer werden müssen die Services weitere Innovationen zeigen. Aber solange wird weiter getaggt, um jede Gelegenheit mit den Mitspielern gerungen. Es macht einfach Spaß, jeder sollte es mal ausprobieren

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Ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz muß her

30. Oktober 2009 · 1 Kommentar

In letzter Zeit stehen Praktiken der Unternehmen im Zusammenhang mit dem mangelnden Datenschutz der Arbeitnehmer zusehens im Rampenlicht. Unrechtmäßige Überwachungen per Kamera bzw. massenhaftes Ausforschen von Konten der Arbeitnehmer und auch ihrer Angehörigen sind entweder Ausdruck von datenschutzrechtlicher Unkenntnis oder aber von Dreistigkeit sondergleichen.

Der Gipfel der Zumutungen, und das sollte man durchaus skandalieren, ist die Verletzung der intimsten Tiefen der Privatsphäre, nämlich das Berühren des Körpers und das Eindringen in den Körper durch einen Fremden. Die systematischen medizinischen Untersuchungen samt Blutabnahme bei erfolgreichen Bewerbern bei Daimler, Beiersdorf und Merck machen fassungslos. Hier werden die letzten Grenzen der Privatsphäre überschritten. Natürlich gibt es Berufe, in denen medizinische Untersuchungen eine gesetzliche Grundlage haben wie z.B. bei Piloten. Wie allerdings Rechtmäßigkeit und Erforderlichkeit einer umfassenden medizinischen Untersuchung  samt Blutuntersuchung bei einer Bewerberin auf einen Büroarbeitsplatz zu begründen wären, erschließt sich mir nicht. Eine Einwilligung könnte Grundlage sein, solange sie freiwillig, transparent und widerruflich ist. Können wir das bei einem so asymmetrischen Verhältnis wie in einer Bewerbungssitution zwischen Kandidaten und potentiellem Arbeitgeber annehmen? Sicherlich nicht. Die Frage nach der Erforderlichkeit bleibt m.E. unbeantwortet.

Natürlich ist die Rechtslage unübersichtlich. Arbeitnehmerspezifische datenschutzrelevante Regelungen finden sich überall verstreut, von der Sozialgesetzgebung bis zum Allgemeinen Gleichstellungsgesetz hin gibt es unterschiedlichste Erhebungs- und Aufbewahrungsvorschriften. Ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz könnte hier kanalisierend wirken und Übersichtlichkeit schaffen. Die Zeit wäre mehr als reif.

→ 1 KommentarKategorien: datenschutz
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Keine kostenlosen Onlinekonten mehr bei der Berliner Volksbank ab 1.1.2010

29. Oktober 2009 · 5 Kommentare

Heute bekam ich von der Berliner Volksbank folgende Mitteilung zugesandt:

Sehr geehrte Kundin,  sehr geehrter Kunde,

ab dem 1.1.2010 ändert sich unser Preismodell für Ihr Girokonto. Wir bieten Ihnen allerdings auch künftig ein kostenloses Girokonto an. Bei durchschnittlichen Einkünften (Lohn, Gehalt, Rente) von mindestens 1.250,- Euro zahlen Sie auch weiterhin keine Kontoführungsgebühr*. Andernfalls wird ab dem 1.1.2010 ein monatliches Kontoführungsentgelt in Höhe von 5,- Euro Ihrem Girokonto berechnet…

Die Information kam selbstverständlich nicht per persönlicher Ansprache in einem Brief sondern per Kontoauszug über mehrere Seiten zum verdutzten Empfänger. Kein Problem, wird der ein oder andere sagen, nichts ist umsonst, und was sind schon 5 Euro. Ich sehe das anders.

Eingeführt am 1.4.2001 sollte das kostenlose Onlinekonto die technikbegeisterten Kunden, insbesondere mit Affinität zur  „new economy“, die in der damaligen Zeit den gemütlich bräsigen Genossenschaftsbanken drohten wegzulaufen, an die Bank binden. Unmittelbar einsichtig war und ist dies, müssen diese Kunden in keiner Weise personalintensiv betreut werden. Gebührenfreiheit war und ist hier angebracht, zumal Banken, das wissen wir ja alle, zusätzliche Zinsgewinne für eigene Rechnung mit unserem Geld durch verzögerte Gutschriften erziehen.

Der erforderliche Zahlungseingang von 1.000,- Euro für das ebenfalls kostenlose Privatkonto wird nun auf 1.250,- Euro erhöht. Natürlich ist eine Genossenschaftsbank keine karitative Organisation aber es ist die Frage erlaubt ob Rentner oder Geringverdiener in der Bank überhaupt noch willkommen sind.

Ich bin einfach sauer und finde diese Politik der Bank ungenügend, ein Wechsel der Geschäftsbeziehung will zumindest bedacht sein.

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Jamaika in Sicht

11. Oktober 2009 · 3 Kommentare

Nach der schwarz-grünen Koalition in Hamburg sortieren sich auch im Saarland die Grünen an die Seite der CDU zu einer Jamaika Koalition zusammen mit der FDP. Der Landesparteitag der Grünen hat den Weg zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit über 75% der abgegebenen Stimmen dazu freigemacht.

Nach der Fragmentierung der Volksparteien kommen die Grünen und ihre polternden Gegenspieler aus dem konservativen Lager, in das ich die FDP einschließe, zu einer sachlichen Arbeit zusammen. Die Dämonisierung der jeweiligen anderen Seite hat hoffentlich ein Ende. Alle in den Parlamenten vertretenen demokratischen Parteien sollten untereinander koalitionsfähig sein. Diese Bereitschaft, zumindestens partiell und für eine bestimmte Zeit zusammen zuarbeiten ist eine gute Nachricht.

Das Ende der Dämonisierung bzw. der ideologischen Vorbehalte, die beim Wähler m.E. nach schon lange nicht mehr gut ankommen – der Wähler hat die Ideologien durch strategisches Wählen schon längst hinter sich gelassen – zwingt die Politik aber schärfere Konturen im eigenen Politikangebot und im Handeln zumindestens in Teilbereichen zu zeigen. Die Parteien werden sich nicht weiterhin immer ähnlicher werden können sondern müssen partiell Flagge zeigen und wieder unterscheidbar werden. Das ist die zweite gute Nachricht.

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Die Last der Zweitstimme

26. September 2009 · 2 Kommentare

Am morgigen Sonntag ist Bundestagswahl 2009. Selbstverständlich werde ich, wie an jeder Wahl – egal ob in der Kommune, im Land, im Bund oder Europa – daran teilnehmen. Meine Stimme werde ich im Wahlkreis 84 abgeben.

Die Direktkandidaten der demokratischen, im Bundestag vertretenen Parteien in meinem Wahlkreis, scheinen mir alle veritable Politikerpersönlichkeiten zu sein. Vier von ihnen habe ich persönlich getroffen und im Gespräch bzw. auf einem Diskussionspodium erlebt. Zwei von ihnen, der aktuelle Amtsinhaber sowie sein stärkster Herausforderer sind für mich in der engeren Wahl. Beide scheinen mir eigene Köpfe zu sein, die auch gegen den Strich bürsten können und dies auch in ihrer eigenen Partei zeigen. Durch das Abstimmungsverhalten im Bundestag des Amtsinhabers bei gewichtigen Gesetztesvorhaben im Bundestag fühle ich mich wohl vertreten. Ich bin mir sicher der Herausforderer würde in ähnlicher Art und Weise agieren. Ich habe also bei den Direktkandidaten Auswahl im „Überfluß“ und werde mich morgen vor Ort guten Gewissens für einen entscheiden können.

Die Zweitstimme zu geben stellt mich vor ein Dilemma. Rot-Grün wurde von mir mit heißem Herzen 1998 innigst herbeigesehnt um den Muff der 16 Jahre Kohl zu entsorgen und ausgerechnet diese Parteien machen Krieg als Mittel der Politik in Deutschland wieder hoffähig. Und das mit völkerrechtswidrigem Bomardement. Dieses für mich völlig unvorhersehbare Ereignis, dieser Schwarzen Schwan hat mich bis heute tief erschüttert. Über die sozialpolitischen Entscheidungen dieser Ära, deren Tiefpunkt Hartz IV war, ist alles gesagt und braucht nicht kommentiert zu werden. Abbau der Privatsphäre mit Terrorbekämpfungsgesetz, Wiedereinführung des großen Laufangriff, automatisierte heimliche Kontenabfrage, Abschußbefugnis von Passagierflugzeugen sind sicherlich eine Steilvorlage von Rot-Grün für die kruden Ideen Schäubles von Einsatz der Bundeswehr im Inneren bis hin zu Polizeiaufgaben für den Verfassungsschutz. Der Abbau von Bürgerrechten und Privatsphäre ist gut dokumentiert.
Bevor mir das Beharren auf Maximalpositionen vorgeworfen wird, nein ich bin Realist, Kompromisse sind das Resultat des politischen Geschäfts. Allerdings ist es schon ein starkes Stück 3% Mehrwersteuererhöhung als Kompromiß auszugeben, wenn man vorher gegen eine Erhöhung war und der politische Gegner 2% durchsetzen wollte. Das ist dann doch etwas gewagt.
Die Diskussion und das Abstimmungsverhalten von Rot und Grün zu Zensursula sind sicherlich nur noch ein marginaler Aspekt. Würde ich meine Zweitstimme einer dieser Parteien geben, würde ich aus meiner Sicht diese politischen Fehler legitimieren und das will ich auf keine Fall.
Im Übrigen kann ich auch nicht wirklich sicher sein, ob die von mir gewählte Partei solcherart Fehler nicht wiederholt. Wie oben geschrieben, kann ich auf das Abstimmungsverhalten des Direktkandidaten mehr vertrauen als auf das seiner Partei bzw. seiner Fraktion.

Was also tun mit der Zweitstimme? Die Wahl der Linken steht für mich außer Diskussion, die Piraten wären sicherlich eine interessante Alternative aber richtig wohl dabei ist mir nicht.
Eine einfache Möglichkeit wäre nur den Direktkandidaten zu wählen, falls die Zweitstimme zur Last wird. Eine nicht abgegebene Zweitstimme bei Abgabe der Erststimme wird dann als ungültig gewertet.

→ 2 KommentareKategorien: politik
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Europäisches Datenschutzgütesiegel EuroPriSe für nugg.ad ’s Predictive Targeting Technologie

10. September 2009 · 2 Kommentare

Ich bin überglücklich, daß unsere Firma am heutigen Tag den Erhalt des europäischen Datenschutzgütesiegels EuroPriSe bekanntgeben kann. Dies ist nach Erhalt des „Gütesiegels für IT-Produkte des Landes Schleswig Holstein“ – übrigens das einzige in Deutschland vergebene Datenschutzgütesiegel – unser zweites von institutionellen Datenschützern vergebene Zertifikat.

Der Zertifizierungsprozeß in der heutigen Betriebsphase beinhaltet eine deutlich strengere Interpretation der europäischen Datenschutzrichtlinien als in der letztjährigen Pilotphase. So hat Europa nach vielfältigen Diskussionen im Laufe der Zeit klar gestellt, daß Cookie-Inhalte personenbezogene Daten sind. Diese Auffassung ist jetzt manifest und wird vom Zertifizierer konsequent angewandt.

Für mich, in meinem „Amt“ als Betrieblicher Datenschutzbeauftragter war der Prozeß lehrreich und aufregend. Lehrreich aufgrund der doch anderen Sichtweisen der europäischen Datenschützer, die deutlich weitergehend sind als die Politik in Deutschland in Sachen Datenschutz überhaupt denkt und aufregend, weil es galt diese Sichtweisen auch technisch und organisatorisch umzusetzen.
Auch unser juristischer Gutachter, der übrigens auch ein hervorragender Twitterer ist, hat seine Sichtweise des Zertifizierungsprozesses aufgeschrieben. Vielen Dank an Andreas Bethge und Dich.
Ich denke wir werden dieses Ereignis morgen mit dem holadiho und den anderen Kollegen mit einigen sprudelnden Kaltgetränken gebührend feiern.

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Jako bewegt sich auf Trainer Baade zu

4. September 2009 · Kommentar schreiben

Die Jako AG bewegt sich in dieser unerfreulichen Angelegenheit mit einer Pressemitteilung auf Trainer Baade zu. Dieses ist eine erste sehr gute Reaktion und es bleibt zu hoffen, daß weitere Gespräche mit dem Trainer stattfinden um die Sache endgültig aus der Welt zu schaffen.
Wie schwer der Schritt für das mittelständische Unternehmen gewesen sein muß ist wiederum auf allessaussersport zu lesen. Beim Lesen des Artikels erklären sich Tenor und Inhalt der Pressemitteilung, die bei vielen zu Kritik geführt haben. Ich stelle mich in diese Kritikerreihe, denn einige Passagen sind schwer nachvollziebar. Auf der anderen Seite möchte ich nach diesem Schritt für etwas Geduld mit dem Unternehmen werben. Allein der Blick auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrates offenbart nicht unbedingt der Weltläufigkeit, sondern erinnert eher an die Struktur eines lokalen Honoratiorenvereins. Will sagen, man sollte dem Unternehmen bei aller berechtigten Kritik eine Chance geben zu lernen und damit Prozesse umzustellen, Kommunikation zu verändern. Dies geht sicher nicht von heute auf morgen aber bestimmt auf mittlere Sicht.
Das Wichtigste aber ist, daß der Trainer mit dem Unternehmen seinen Frieden machen kann.

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Ihr schlimmster Kunde ist ihr bester Freund

1. September 2009 · Kommentar schreiben

So titelt Jeff Jarvis in seinem Buch „Was würde Google tun?“ auf Seite 39 ein Kapitel, daß mit moderner Unternehmenskommunikation im Internet beschäftigt. Deutsche Unternehmen tun sich teilweise sehr schwer mit dieser Einsicht, wie das aktuelle Beispiel der JAKO AG zeigt, dokumentiert von Kai Pahl auf den Seiten AllesausserSport. Der Sportbekleidungshersteller JAKO überzieht den Blogger Trainer Baade mit Abmahnverfahren.
Die Alternativen sind so offensichtlich, falls JAKO überhaupt meint, es müsse auf einen kritischen Artikel reagieren. Man hätte dem Trainer per Mail ein Gesprächsangebot machen können, ein Telephonanruf wäre nicht schlecht gewesen, ein Kommentar in seinem Blog zwingend. Über diesen Respekt, der damit dem Trainer zuteil geworden wäre, hätte er sicherlich, durchaus positiv, berichtet.
Und eines ist ebenfalls klar, das Unternehmen hat immer noch die Chance dieses PR-Desaster zu seinen Gunsten zu wenden. Lernfähigkeit zeigen, mit dem Trainer reden, den Fehler zugeben, ein Unternehmensblog einrichten, sich mit Sportbloggern austauschen. Es ist schier unfaßbar, daß ein Unternehmen, welches seinen Markt eher im Breitensport sieht und sich mit Sponsoring beschäftigt, im Internet stumm ist. Mit Sprachlosigkeit werden Chancen vergeben. Und wenn sich JAKO entschließt im Internet Gespräche führen zu wollen, dann bitte nicht über Marketing- oder PR-Abteilungen, das Unglück wäre vorprogrammiert.
Aber soweit scheint man noch lange nicht zu sein. Die Ruhrbarone berichten über eine erste Reaktion, die eher hilflos erscheint: „Alles nur ein Mißverständnis“.

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Das Moleskine-Projekt und die Zensursula eines Reinigungsmittelherstellers

20. August 2009 · 15 Kommentare

Mein Twitteravatar hatte die Ehre von Michaela von Aichberger im Rahmen ihres Moleskine-Projekts künstlerisch verewigt zu werden. Natürlich bin ich darüber mächtig stolz und finde ihre Idee und Umsetzung, Follower zu malen sehr gelungen. Natürlich sind mir ihre Tweets ein stetiger Quell der Freude und ich empfehle Michaela, die unter dem Pseudonym Frauenfuss twittert, gerne weiter. Passend zum Outfit meines Twitteravatars, der Michaela an die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert, hat sie ihre Zeichnung mit den damals sehr beliebten, als Aufkleber erhältlichen Blümchen eines Reinigungsmittelherstellers gestaltet. Heute sind sie nicht mehr im Verkauf und so hat sich Michaela für ein paar Aufkleber direkt an die Firma gewandt, die ihren Wünschen entsprach. Jedoch fand das Kunstwerk keine Gnade vor der dortigen Pressestelle und die Künstlerin wurde aufgefordert das Kunstwerk zu überarbeiten.

horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de

horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de


Was ist der Stein des Anstoßes? Dieses sollte der geneigte Leser selber herausfinden, hier ist eine „autorisierte“ Version:
horax im molsekine-project version 1 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de

horax im molsekine-project version 2 (c) 2009 www.michaela-von-aichberger.de


Von dieser Stelle aus nochmal herzlichen Dank für diese wunderbaren Zeichnungen an Michaela von Aichberger. Und liebe Presseleute, bleibt locker, Toleranz zahlt sich aus.

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